Kunstprojekte

Lehrtätigkeit "Formung- Verformung - keramischer Brand" mit Studenten der HfBK Dresden. Aufsuchen bedeutender Sammlungen zur Wissensvermittlung und Anregung Formgestaltung und Materialanwendung von der Vorgeschichte in Europa bis nach Ozeanien. Vermittlung von Grundformen, deren symmetrische und asymmetrische Teilung und neue Anordnung/ Aneinanderfügung sowie die dafür benötigten keramischen Techniken zur Umsetzung auch in verschiedenen Dimensionen. Praktisches Arbeiten mit Ton und Formgebungsverfahren (Aufbautechniken, Drehtechniken, Abformungen) in der Keramik mit Oberflächengestaltungen durch Auftragen und Einritzen von Strukturen, Engoben sowie Glasuren als freies oder gebundenes Dekor. Verknüpfung durch Raumbezug und wichtige Hinweise zum Trocken- und Brennverhalten keramischer Massen. Keramischer Brand im Elektroofen sowie auserwählte Plastiken für den Freifeuerbrand bei 1340C° in Hinterhermsdorf.

Dem Meisterschüler Yeon il Bae war die Technik und Wertschätzung der Freifeuerkunst aufgrund seiner Herkunft aus Südkorea besonders erstrebenswert und erarbeitete sich mit Fleiß und Erfolg großformatige Plastiken.

 

1994 Hinterhermsdorf internationales Symposium „Keramische Plastik im Freifeuer“, künstlerische Leitung Prof. D. Reinemer mit 6 Künstlern aus West- und Osteuropa, Australien und Südkorea mit anschließender Präsentation der künstlerischen Arbeiten.

 

Die Teilnehmer des Symposiums waren überwiegend gestandene Künstler, bereits mit europäischen Keramikpreisen geehrt, waren jedoch von der Farbigkeit und Qualität der Ergebnisse sehr beeindruckt. Ausstellungen der Arbeiten folgten im neu eingeweihten Museum in Sebnitz in einer ganzen Etage und später in der Schweiz. Somit war die Tradition internationaler Keramiksymposien nach der Wende in Ostdeutschland auf Eigeninitiative mit einem vergleichsweise kleinen finanziellen Rahmen fortgesetzt.

Plastiken des Südkoreaners Yeon il Bae (mitte) und der Ungarin Eva Kuhn zum internationalen Keramiksymposium 1994 in Hinterhermsdorf

1996 Leitung internationales Symposium „Großformatige keramische Plastiken“ in Ziegelei Graupzig/ Steinzeugwerk Crinitz mit Dozenten Prof. K. Schulze, Überlingen und E. Göschel, Dresden aus industriellen Formteilen für Plastiken bis über 4,50 m mit Ausstellungen und Vernissagen (Murah Soares, Brasilien) im Haus der Presse und Landtag Dresden in Zusammenarbeit mit dem Institut für Gestaltung der Technischen Universität und Hochschule für Bildende Kunst in Dresden sowie wechselnden Installationen von 6.000 Ziegeln, begleitet von positiven Pressestimmen und Filmbeiträgen.

Vernissage zu vier Urelementen des Brasilianers Murah Soares zum Abschluss des internationalen Keramiksymposiums 1996 im Steinzeugwerk Crinitz

 

Präsentation der Gestaltungskonzeption des Geiseltals zur Identifikation sowie Individualität der Tagebaufolgelandschaft mit der Thematik "Wasser- Lebensquell für das Geiseltal - vom Bergmann zum Seemann" beim Zukunftsforum in der Pfännerhall, Braunsbedra 2001

 

Konzept für ein Kunstprojekt zur Umgestaltung und Wandlung des Trümmerberges (z.B. Kurt Vonnegut "Schlachthof 5") im Ostragehege in Dresden zu einem sich dynamisch entwickelnden Friedenspark mit Skulpturen aus Ziegeln der Welt (im internationalen Vergleich mit Gernika, Coventry, Hiroshima, Nagasaki) "Frieden global" mit der Vision und Begegnungen internationaler Künstlern durch zeitgenössische Musik (Prof. "Baby" Sommer), Literatur und Tanz aus Anlass des Irak Kriegs 2003 mit der Zerstörung von zahllosen Kulturgütern (Bibliothek, Museen, Denkmalen).

Kofi Annan sagte bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die TU in Dresden 1999: "Dresden kann eine globale Festung des Friedens, des Widerstandes gegen Fundamentalismus und des Lernens aus der Vergangenheit werden. kein anderer Platz in Deutschland ist dafür so geeignet wie Dresden." Aus Unwissenheit und nicht zu überbietender Geschmacklosigkeit fanden an diesem Ort "Pyrogames" statt.

Standort des Trümmerberges im Ostrageheges mit Stadtsilhouette

Erfolgreiche Probebände großformatiger Skulpturen zu einem verschmolzenen Block zum Nachweis der Realisierbarkeit des Kunstprojektes "Fluch und Segen im Umgang mit Feuer" im Ostragehege mit Unterstützung Stadt Dresden, des AA Dresden, Amand, Feuerfestwerke Wetro, Rath Meißen, AKA u.v.a. 2003/5

"Architektur beginnt mit dem sorgfältigen Zusammenfügen zweier Ziegel" (Mies van der Rohe)

 

 

Feuerschächte oberhalb der Brennkammer des Ringofens

Der Fluch und Segen im Umgang mit Feuer- Brennen oder Verbrennen

 

An dieser Stelle sei Landschaftsarchitekt Lars Lange; Geschäftsführer AMAND, Dr. Rolf Dietze; Ziegelwerk AMAND, Leiter Herr Böttger; Arbeitsamt Dresden, Leiter Herr Wünsche, Prof. "Baby" Sommer und zahlreichen Vertretern der Keramikindustrie Sachsens durch die kurzfristige und großzügige Breitstellung materieller sowie finanzieller Mittel; Herrn Thiel, Leiter des Grünflächenamtes Dresden und den zahllosen engagierten Persönlichkeiten auch in Fachgremien sowie Fraktionen übergreifend gedankt, die das Vorhaben stets aktiv unterstützen.

 
Auf dem historisch mehrfach belasteten Trümmerberg im Ostragehege von Dresden, wo das unmittelbar angrenzende Stadion als Zielort für die Flächenbombardierung der Altstadt im Jahr 1945 genutzt wurde, der Amerikaner Vonnegut die reale Kulisse für seinen Antikriegsroman "Schlachthof Nummer 5" mit der Zerstörung Dresdens durchlebte, die durch Napalm- und Sprengbomben in Schutt gewandelten Kluturtrümmer der einstigen Kunstmetropole mit Ziegelbahnen an diesen Ort gebracht wurden, der zu DDR Zeiten als Mülldeponie verkommen und nach der Wiedervereinigung aufwendig durch AMAND rekultiviert als Berg- der als Eventort in einer nicht zu steigernden Unwissenheit, Dummheit und Ignoranz für PYRO GAMES über Jahre genutzt wurde.
 
Für diese Fehlentwicklung an gerade diesem wichtigen Identifikationsort gegen Fundamentalismus als Nährboden von Gewalt und Krieg fehlen die Worte. Ein sich entfaltender Skulpturenpark auf dem Trümmerberg wäre ein eindeutiges Zeichen für Versöhnung in einer Kunststadt wie Dresden eine geistig- künstlerische Auseinandersetzung und würdige Plattform für  Konfliktbewältigungen in der Welt zu offenbaren. Nicht zu erwartende "Friedenschaoten" suchten die Stadt Dresden stets im 13. Februar in den Folgejahren auf, sondern Neonazis, was dem Image der Stadt gewiss mehr schadete und nur durch Zivilcourage der Bürger ausgeglichen werden konnte.
 
So könnte ein Gegenpol zu der touristischen Theaterkulisse des Neumarktes mit der Frauenkirche entstehen. Der Mensch würde durch die geistige Auseinadersetzung mit Bildender Kunst ein Gespür für sein Handeln entwickeln und nicht im Glauben verhaftet bleiben, stets die Wunden der Zerstörung durch retuschieren beheben zu können. 
 
 
Zeitlich begrenzte Jugendkunstprojekte mit begabten, aber sozial benachteiligten Jugendlichen waren stets dankbare Aufgaben mit erstaunlichen Ergebnissen, welche die Ängste und zugleich Visionen der nächsten Generationen in Ton spiegeln, wenn man diesen heranwachsenden Menschen die Chance zur Verwirklichung gibt. Themen erwuchsen aus Defiziten im Bereich der Familie, aber auch Natur, Liebe und Freundschaft spielten eine ganz zentrale Rolle und kamen mit einer Leichtigkeit der Umsetzung daher, dass es fasziniert. Leider wird diesem kreativen Bereich viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt und keine Kontinuität gewährt, die eine Gesellschaft künftig aktiv mitgestalten könnte.